Hilfe für die Massai
 

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Aktuelles

!!! Aktualisierte Terminliste !!!Ein Leben bei den Massai – Abenteuer und Alltag Vortragsreise von Elisabeth Merz und Namayana Thomas

02.07.2016

Eine Reise ins Massai-Land

Wo Liebe und Talent zusammenkommen, entsteht ein Meisterstück


Reisegruppe in Malambo

Das ist das Fazit unserer zweiwöchentlichen Projektbesuchsreise im Mai/Juni 2016 nach Tansania, bei der wir die Arbeit des Vereins „Hilfe für die Massai“ und das faszinierende Land in Ostafrika kennen gelernt haben. Wir, das sind zehn Menschen aus Südbaden und Schleswig-Holstein, die alle mit dem Verein oder unserer Reiseleiterin Petra Guzinski – im Massai-Land bekannt als „Mama Ester“ – verbunden sind. Gleich am Tag unserer Ankunft am Kilimandscharo Airport bei Arusha hatten wir bei einem Abendessen Gelegenheit, Angelika Wohlenberg und Sarah und Dirk Frykowski, die das Internat in Arusha leiten, kennen zu lernen.

Dusch-Dusch

Am nächsten Tag besuchten wir das Internat, die Kinder bereiteten uns einen herzlichen Empfang mit Liedern und Musik und zeigten uns stolz ihre Zimmer und das Gelände. Unvergesslich bleibt die Vorstellungsrunde mit dem Hüftwackeln beim „dusch-dusch“. Sehr beindruckt hat uns der Besuch beim Projekt „Step by Step Learning Center“, einer kleinen Schule für behinderte Kinder und Jugendliche in den Außenbezirken von Arusha gelegen. Wir nahmen an der Morgenrunde teil, bei der die Kinder Lieder sangen und die Hände gesalbt bekamen. Der liebevolle Kontakt zwischen Lehrerin und Kindern berührte uns nachhaltig. Dies umso mehr, als wir von Schulleiterin Margareth erfuhren, dass behinderte Kinder in Tansania zumeist ausgestoßen oder versteckt werden. Auf der Rückfahrt erhielten wir gleich einen guten Eindruck, mit welchen Schwierigkeiten man in Tansania immer wieder rechnen muss: wir blieben mit unserem Kleinbus stecken, im berüchtigten black cotton soil-Boden, der sich als klebrig-zähe Masse an die Reifen und unsere Schuhe haftete. Dank weiblicher Tatkraft von Angelika sowie von Silke und Petra, die eine Metallplatte zum unterlegen besorgten, und männlicher Schiebekraft kamen wir schließlich wieder frei und irgendwann auch wieder heil in Arusha an. Von dort ging es am nächsten Tag weiter Richtung Ngorongoro-Krater, unterwegs besuchten wir eine neu eröffnete Secondary-School, irgendwo im weiten Buschland. Sie wurde von Rose, einer der ersten von Angelika geförderten Massai-Mädchen gegründet, die auf diese Weise die Hilfe weitergibt, die sie selbst als Kind erfahren hat.

Beeindruckende Tierwelt

Einer der Höhepunkte der Reise, nicht nur für mich, sondern auch für die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, war die Safari in den Ngorongoro-Krater. Lange dauerte es, bis sich der Nebel im Krater lichtete; manch einer hatte sich schon verzagt gefragt, ob es wohl noch etwas werden würde mit den Tieren. Doch Reiseleiterin Petra hatte nicht zu viel versprochen: sie waren alle da – Gnus und Zebras, Gazellen, Büffel, Warzenschweine, Königskraniche, Sekretärvögel, ein einsamer Elefant und – das besondere Highlight - ein Löwe, der sich bei seinem Mittagsschlaf unter einem dornbewehrten Busch von niemanden stören ließ. Viel zu schnell stand die Weiterreise an, schließlich hatten wir noch den Weg durch die Massai-Steppe nach Malambo vor uns. Mit der Dämmerung kamen wir dort an, bezogen unsere hübschen Gästehäuser am Rand des Dorfes und wurden beim Abendessen von Elisabeth Merz, vier jungen deutschen Volonteers, Angelika und Dirk begrüßt und erhielten erste Infos über das Projekt und das Leben in Malambo.

Education is the key for life

Hatte sich so mancher zu Beginn noch gefragt, was wir eigentlich vier Tage lang im Busch machen würden, zeigte sich schnell: die Tage waren prall gefüllt mit Programm. Wir machten einen Antrittsbesuch beim Ortsvorsteher von Malambo,  eine Wanderung in die nähere Umgebung, besuchten eine Boma, in der wir sehr herzlich empfangen wurden und mit unseren Fotos und Handykameras eine Attraktion für die Kinder waren. Mutete das Leben in der Boma auch sehr ärmlich an, ein Handy scheint hier jeder zu haben und für die Kinder war klar, einfach wischen und das Smartphone zeigt das nächste Bild. Am nächsten Morgen reihten wir uns in die Karawane der Kinder auf dem Weg zur Naserian School ein, waren berührt von der Inbrunst, mit der die Kinder und Jugendlichen bei der morgendlichen Assembly die Nationalhymne sangen und wurden anschließend vom stellvertretenden Schulleiter John durch die Klassen geführt. Mit dem Slogan „education is the key for life“ wurden wir in jeder Klasse begrüßt. Erstaunlich und für uns ungewohnt war die Disziplin unter den Kindern. Beim Rundgang über das große Gelände zeigte uns Dirk Frykowski den Baufortschritt beim Bau der Sekundarschule und erklärte uns ausführlich das Trinkwasserprojekt und die gesamte Aufbereitungsanlage für das Regenwasser, das auf dem Dach der großen Halle gesammelt wird. Die ganze Gruppe war sehr fasziniert, wie es mit Knowhow, einem festen Willen, Tatkraft und Gottvertrauen gelungen ist, dieses so wichtige Projekt zu stemmen. Weitere Highlights des Malambo-Programms waren der Sonnenaufgang in der Vogelschlucht, die Wanderung zum Wasserfall, der Besuch des Heilpflanzengartens und der Gottesdienst im Freien unter Schirmakazien. Für mich besonders berührend waren die inbrünstigen Gesänge und Gebete der Massai und die anschließende Segnung unserer Reisegruppe. 

Biblische Bilder

Immer wieder boten sich mit den zahllosen Herden in der Steppe auf unseren Ausflügen geradezu biblische Bilder. Bei all den vielen Erlebnissen und Erfahrungen, die es einzuordnen und zu verarbeiten galt, war es sehr hilfreich, dass Angelika, Elisabeth, Dirk und Petra uns immer begleiteten und gesprächsbereit waren. Bewegend waren auch die Begegnungen mit unseren Patenkindern und deren Familien.
Dankbar und erfüllt machten wir uns nach vier Tagen auf die Weitereise zum Lake Natron auf. Der heilige Berg der Massai, der Ol Doinyo Lengai, den wir schon von Malambo aus gesehen hatten, rückte immer näher. Kaum angekommen, machten wir uns auf  zu einer Wasserfall-Wanderung und einem Besuch bei den Zwergflamingos im Abendlicht am Natronsee, wieder unvergleichliche Erlebnisse und Eindrücke. Über Arusha ging es schließlich weiter an den indischen Ozean, nach Pangani, wo wir drei Tage direkt am Strand in einem kleinen Resort wohnten. Mit Schnorcheln, Baden und Seele baumeln lassen vergingen auch diese Tage schnell und dann stand auch schon wieder der Heimflug an.

Danke

Danke für eine unvergessliche Reise und beeindruckende Erfahrungen und Erlebnisse, die noch lange in uns allen nachhallen werden. Die Tatkraft, das Engagement und der tiefe Glaube des Teams um Angelika haben uns sehr beeindruckt und werfen sicher für jeden von uns so manche Frage ans eigene Leben auf. Klar also, dass wir uns – jeder auf seine Weise  –  (weiter) für die Arbeit von Hilfe für die Massai engagieren wollen.

Gabriele Hennicke, 79244 Münstertal, Freie Journalistin, kontakt@gabriele-hennicke.de

 

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